Die Entwicklung des Kindes nach Piaget

Mit der emotionalen Entwicklung des Kindes haben wir uns bereits in diesem Beitrag beschäftigt. Wie aber verläuft die kognitive Entwicklung des Kindes? Jean Piaget (1896-1980), als Übervater der Entwicklungspsychologie bezeichnet, gibt Aufschluss darüber, welche Phasen das Kind in seiner Entwicklung durchläuft.  Die verschiedenen Entwicklungsphasen folgen aufeinander und erfolgen nur, wenn die zuvor laufende Phase durch das Kind bewältigt wurde. Das Phasenmodell Piagets ist universell, was bedeutet, dass Kinder jeder Kultur dieselben Phasen durchlaufen. Im Gegensatz zu anderen Psychologen, die mit Feldexperimenten arbeiten, also künstliche Situationen und Umgebungen schaffen, um Kinder zu beobachten, lernte Piaget über das genetische lernen durch das Studieren seiner eigenen Kindern. Ihre Fehler gaben Piaget Anhaltspunkte über ihr Lernverhalten und ließen ihn folgende Schlüsse ziehen. Kinder durchlaufen in ihrer gesunden Entwicklung vier Entwicklungsstufen:

  1. Sensomotorische Phase: erfolgt im Alter von 0-2 Jahren und meint das Ausführen von Reflexen
  2. Präoperationale Phase: erfolgt im Alter von 2-7 Jahren und meint magisches Denken und den Egozentrismus des Kindes
  3. Konkrete Operationen: erfolgen ab dem 8ten Lebensjahr und meinen hypothetisch deduktives Denken
  4. Formale Operationen: knüpfen an die konkreten Operationen an und meinen die Fähigkeit, hypothetische Fragestellungen zu lösen

Als Erziehungsziel formuliert Piaget das eigenständige Denken des Kindes zu fördern. Dem Kind sollen durch eine günstige Umgebung Lernmöglichkeiten geboten werden, die es spielerisch wahrnehmen kann. Hier kann vor allem die Reformpädagogik wichtige Impulse setzen.

 Lernumgebung (Quelle: thomasrdotorg, Bild: kk+)

Lernumgebung (Quelle: thomasrdotorg, Bild: kk+)

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Die Erziehung – wie viel Einfluss haben Eltern wirklich?

“Wir können Kinder nicht erziehen, die machen uns doch eh alles nach” – Karl Valentin

Als Eltern wollen wir unsere Kinder zu selbstständigen und mündigen Wesen erziehen. Wie bereits Kant sagte, kann der Mensch nur Mensch werden durch Erziehung. Dies geschieht durch Disziplinierung, Kultivierung, Zivilisierung und Moralisierung. Kants Idee der Erziehung war es das Kind zu einem frei handelnden Wesen zu erziehen.

In der Pädagogik haben sich verschiedene Handlungsformen entwickelt, die wir als Erziehungsstile bezeichnen. Die strengste Form ist die autoritäre Erziehung mit verheerenden Folgen für die Entwicklung des Kindes, die von Angst bis Aggressivität reichen können. Eine passive Haltung der Eltern löst ebenso Komplikationen aus und sorgt nicht zuletzt für Verwirrungen beim Kind. Die beste Variante ist die autoritative oder der demokratische Erziehungsstil. Die Kinder werden nicht nur respektvoll behandelt, sondern erfahren die nötige Zuwendung von Seiten der Eltern. Mehr zu den klassischen Erziehungsstilen in diesem Beitrag: Klassifikation von Erziehungsstilen – Eine Anleitung für die Eltern?

Medienerziehung für unsere Kinder

Neue Medien (Quelle: Morguefile.com, Bild: crass)

Wer aber glaubt, als Eltern alles im Blick behalten zu können, hat sich geirrt. Es ist unmöglich aber auch ungesund, das Kind vor allem „Bösen“ in der Welt behüten zu wollen Das Kind muss seine eigenen Erfahrungen machen, Dies postulierte bereits Rousseau in seinem Bildungsroman Emile. Unsere Kinder werden heutzutage nicht nur durch uns Eltern erzogen, die Erziehung im Alltag erfolgt in der Schule und vor allem durch die Medien. Medien zu verbieten ist wenig sinnvoll. Wir müssen vielmehr versuchen, unsere Kinder zu einem gesunden Umgang mit  Medien zu erziehen und dies bereits im frühesten Kindesalter.

 

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Das Betreuungsgeld – Erziehungsgehalt für Eltern

Im letzten Jahr gab es eine große Debatte um Betreuungsgeld für Mütter und Väter, die sich in Vollzeit der Erziehung ihrer Kinder widmen. Es handelt sich um unterstützendes Erziehungsgeld, das von dem Staat an erziehende Eltern gezahlt wird. Diese Eltern entscheiden sich bewusst gegen einen Krippenplatz. Vielen Eltern fällt es schwer, ihren Sohn oder ihre Tochter in fremde Hände zu geben, mehr dazu in meinem Beitrag: Die Kinderkrippe – Gebe ich mein Kind in fremde Hände?

Viele Mütter haben nach Beendigung ihrer Elternzeit Sorge, bei zu langer Abwesenheit nicht in ihren Beruf wieder einsteigen zu können. Sie beziehen meistens ein Jahr lang Elterngeld und gehen dann wieder arbeiten. Andere wiederum haben finanzielle Probleme, vor allem ihnen kommt das monatliche Erziehungsgehalt sehr zugute. Es gibt jedoch auch Parteien, die sich über das Betreuungsgeld beschweren, sie befürchten, es könne Eltern geben, die diese Möglichkeit zuhause zu bleiben, ausnützen könnten.Viele Eltern äußern sich zu diesem heiklen Thema, indem sie dem Staat vorwerfen, es gebe zu wenig Krippenplätze. Das entrichtete Betreuungsgeld sei ein Trostpflaster für alle Eltern, die keinen Krippenplatz bekommen. Sie befürworten stattdessen mehr staatlich eingerichtete Krippenplätze.

Das monatliche Betreuungsgeld in Höhe von 150,- Euro soll Eltern helfen, ihre Kinder ohne finanzielle Sorgen zu erziehen. Das Erziehungsgehalt wird ab August diesen Jahres eingeführt für Eltern, die ihre Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren nicht in die Kinderkrippe geben möchten und ist im Paragraph 16, Absatz 4 im Sozialgesetzbuch VIII, Kinder- und Jugendhilfe festgelegt.

 

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Aktivitäten für die Festtage – Weihnachten mit der Familie

An Heiligabend kommt der Weihnachtsmann ins Haus und bringt Geschenke für die ganze Familie. Sie freuen sich sicher auf das große Familienfest, auch wenn die Vorbereitungen ein wenig Stress mit sich bringen. Die Weihnachtsgeschenke dürften aber schon gekauft sein, und spätestens am 24sten wird der Weihnachtsbaum aufgerichtet und geschmückt. Wenn das Festmahl hergerichtet ist, können Sie sich entspannt zurücklehnen und das Weihnachtsfest genießen.

(Quelle: morguefile.com, Bild: sullivan)

Weihnachten mit der Familie ist eine freudige Angelegenheit. Die Feiertage bedeuten viel Freizeit für gemeinsame Aktivitäten. Sie können mit Ihren Kindern einen Ausflug organisieren oder zuhause einen Spiele-Abend planen. Es wäre schade, wenn Sie sich Stunden lang vor den Fernseher setzen. Natürlich kann man sich den einen oder anderen Spielfilm ansehen, aber Weihnachten mit der Familie sollte ein Miteinander und kein Nebeneinander sein. Besonders wenn Sie ein Kleinkind in Ihrer Runde haben, werden sich die Aktivitäten für die Festtage nach dem Baby richten. Sie werden gleich merken, wie entspannt ein Weihnachtsfest ist, wenn der Fernseher nicht die ganze Zeit läuft. Gehen Sie doch lieber mit der Familie im Wald spazieren oder singen Sie Ihrem Nachwuchs Weihnachtslieder oder lesen ihm Wintermärchen vor. Die besinnliche Weihnachtszeit wird somit zu einem besinnlichen Fest für die ganze Familie.

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Der Weihnachtsmann ist da – wie Sie Ihr Kind an Weihnachten überraschen können

Bald ist es soweit: die Adventszeit ist vorbei und Heiligabend steht vor der Tür. Die Kleinen werden immer aufgeregter und die Freude auf das große Fest steigt. Vielleicht haben Sie Ihrem Kind mit einem selbstgebastelten Adventskalender eine Freude bereitet und es mit spannenden Wintermärchen auf Weihnachten eingestimmt? Oder haben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Brief an den Weihnachtsmann geschrieben mit den vielen Geschenkwünschen Ihres Kindes und ihn an den Nordpol verschickt? Wie Sie Ihrem Kind eine Überraschung an Weihnachten bereiten können, werden Sie in diesem Artikel erfahren.

(Quelle: morguefile.com, Bild: Melodi)

 

Heiligabend bedeutet Vorfreude auf das Auspacken der Geschenke. Aber erst muss der Weihnachtsmann die Geschenke vorbei bringen. Oft schleicht er sich an den Kindern vorbei und legt sie heimlich unter den Weihnachtsbaum. Die Kinder können Milch und Kekse zur Kräftigung  für den Weihnachtsmann und Karotten für die Rentiere auf den Balkon oder vor dem Weihnachtsbaum legen. So können Sie Ihr Kind an Weihnachten eine Überraschung machen, denn der Weihnachtsmann wird bestimmt einen Schluck Milch trinken und Kekse naschen und auch die Rentiere werden nach ihrer anstrengenden Fahrt mit dem schweren Schlitten voller Geschenke, eine Stärke brauchen. Alternativ können Sie versuchen, für Heiligabend einen Weihnachtsmann Anzug zu ergattern oder sich einen aus Ihrem Bekanntenkreis auszuleihen, um für Ihr Kind den Weihnachtsmann zu spielen. Achten Sie dabei darauf, dass der Bart gut sitzt und Sie Ihre Stimme gut verstellen, damit Ihr Kind nicht darauf kommt, dass Sie oder Ihr Partner sich als den Weihnachtsmann ausgeben.

 

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Märchenstunde in der Weihnachtszeit – Die schönsten Wintermärchen

Mit dem Advent kommt die Zeit der Vorbereitungen für das große Fest. Die besinnliche Weihnachtszeit ist eine Zeit der Vorfreude, denn Weihnachten steht vor der Tür. Geschenke werden gekauft, das Haus mit Weihnachtsdekoration geschmückt. Besonders die Kleinen dürfen sich erfreuen, denn in der Weihnachtszeit gibt es die schönsten Märchen des Jahres zum Vorlesen. Märchen spielen in der Erziehung eine große Rolle, mehr dazu hier.

 

(Quelle: morguefile.com, Bild: Lorene)

 

Neben Schneeweißchen und Rosenrot, sind vor allem Hänsel und Gretel, Frau Holle und Die Sterntaler bei Kindern sehr beliebt. Mit der richtigen Weihnachtsdekoration und bunter Beleuchtung im Kinderzimmer werden die Kinder die  Märchenstunde in der Weihnachtszeit besonders genießen. Kurz vor Weihnachten darf die Spannung ruhig ein wenig ansteigen. Am besten lesen Sie als Eltern Wintermärchen von dem Weihnachtsmann oder dem Christkind vor, damit die Kinder noch mehr Vorfreude auf Heiligabend haben. Allerdings sollten Sie dies nicht zu spät vorm Schlafengehen tun, da die Kinder vor lauter Aufregung sonst nicht einschlafen können. Kinder mögen es auch, wenn Sie von Ihrer Kindheit und Ihren schönsten Geschenken und Erlebnissen erzählen. Sie dürfen gerne auch Ihr eigenes Wintermärchen erfinden, bei dem vielleicht Ihr Sohn oder Ihre Tochter die Hauptfigur spielt. Es könnten dann auch Sätze fallen, wie: “Welches Geschenk bekommt das brave Kind?” Somit können Sie gleichzeitig in Erfahrung bringen, was Sie Ihrem Kind zu Weihnachten schenken können, sollte es nicht sowieso täglich davon sprechen.

Als zusätzliche Überraschung können Sie Ihrem Kind ein schönes illustriertes Märchenbuch zu Weihnachten schenken und daraus die schönsten Wintermärchen vorlesen. Das wird bestimmt ein tolles Weihnachtfest.

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Die Kinderkrippe – Gebe ich mein Kind in fremde Hände?

Mit dem vollendeten vierten Lebensjahr kommen die Kinder in den Kindergarten beziehungsweise in die Kindertagesstätte. Vielen Eltern fällt dieser Schritt sehr schwer. Das Kind in fremde Hände geben ist nun mal nicht einfach. Aber mit 5 Jahren sind die Kinder alt genug, ohne Mutter und Vater und mit Gleichaltrigen unter Aufsicht zu spielen. Die emotionale Entwicklung des Kindes zeigt, dass Kinder in diesem Alter auch ohne die ständige Aufsicht durch ihre Eltern zurechtkommen. Aber was tun, wenn Mutter und Vater arbeiten müssen und keine Wahl haben, als ihre Kinder in fremde Hände zu geben?

(Quelle: morguefile.com, Bild: puravida)

Die meisten Mütter beginnen bereits wieder zu arbeiten, wenn ihr Kind das erste Lebensjahr erreicht hat. Sie geben ihre Tochter oder ihren Sohn in die Einrichtung der Kinderkrippe. Bei den Betreuern handelt es sich um ausgebildete Pädagogen. Qualitativ hohe Kinderkrippen können die Entwicklung des Kindes fördern. Bei privaten Angeboten von Elterninitiativen ist allerdings mehr Vorsicht geboten. Es handelt sich hier nicht um Pädagogen, sondern um Eltern, die sich zusammenschließen, um die Kinder fremder Leute zu betreuen, um daran Geld zu verdienen. Hier gibt man sein Kind tatsächlich in fremde Hände.

Viele Eltern stellen sich die Frage, ob sie ihr Kind in seinen ersten Lebensjahren wirklich abgeben wollen. Diese ersten Lebensjahre sind für die emotionale Entwicklung des Kindes sehr entscheidend. Es bleibt jedem Elternpaar überlassen, ob sie Ihr Kind in die pädagogische Einrichtung der Kinderkrippe geben möchten. Es sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um eine gute Kinderkrippe mit ausgebildeten vertrauensvollen Pädagogen mit möglichst wenig zu betreuenden Kindern handelt.

 

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Die Reformpädagogik – Erziehung vom Kinde aus

Heutzutage wird großen Wert auf eine Pädagogik ausgelegt, die vom Kinde her geht. So gibt es zum Beispiel die weit verbreitetete Reformpädagogik, wie die der Montessoripädagogik . Maria Montessori entwickelte ein Bildungskonzept mit dem Leitsatz aus der Sicht des Kindes: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Die Montessoripädagogik entwickelte sich seit 1907 und hebt vor allem den Stellenewert des Spiels hervor, durch das das Kind spielerisch neue Fähigkeiten erwerben kann. Maria Montessori befürwortet eine offene Unterrichtsform in Schulen.

Erziehung vom Kinde aus (Quelle: morguefile.com, Bild: stormwire)

Entwickelt hat sich die Reformpädagogik in Europa aus Leitgedanken der Aufklärer, wie hier zu nennen Jean-Jacques Rousseau und Pädagogen wie Comenius und Pestalozzi. In seinem Aufsatz Emile oder über die Erziehung aus dem Jahr 1762 schildert  Jean-Jacques Rousseau die Erziehung des fiktiven Charakters des Kindes Emil mit sich selbst als Erzieher. Im Vordergrund des Romans steht die Erziehung des Kindes, durch die das Kind im Erwachsenenalter in der Gesellschaft bestehen kann, ohne Schaden an seiner eigenen Person zu nehmen. In Pestalozzis Wie Gertrud ihre Kinder lehrt steht die Selbstständigkeit des Kindes im Vordergrund. Beide verweisen auf die Betrachtung der Erziehung vom Kinde aus.

Die Reformpädagogik um 1900 geht mir der Jugendbewegung einher, die Jugend wird seitdem als eigenständiger Lebensabschnitt definiert. Die Selbstständigkeit des Kindes erfährt durch den Ausruf des Jahrhunderts des Kindes durch Ellen Key einen erhöhten Stellenwert. Die Internationale Reformpädagogik setzt sich für das selbstständige Handeln des Kindes ein und sieht das Kind als Kind und damit die Notwendigkeit, eine Erziehung vom Kinde aus zu gestalten.

 

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Die emotionale Entwicklung des Kindes von Säugling- bis Schulkindalter

In den ersten sechs Lebensjahren macht Ihr Kind die größten Entwicklungsschübe. Es lernt neben vielerlei kognitiven Fähigkeiten, wie das Laufen und das Sprechen emotionale Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken. Es kann seine Gefühle benennen und kann sich selbst im Spiegel erkennen.

Welche wichtigen emotionalen Entwicklungsschritte vollbringt das Kind bei einer gesunden Entwicklung und einer ungestörten liebevollen Erziehung durch die Eltern von Säugling- bis Schulkindalter?

Die emotionale Entwicklung des Kindes (Quelle: morguefile.com, Bild: mbielik)

 

Die emotionale Entwicklung des Kindes von Säugling- bis Schulkindalter verlaüft in einem vereinfachten Schema folgendermaßen:

Im ersten Lebensjahr haben Säuglinge eine Kuscheldecke oder ein Kuscheltier, mit dem sie schmusen und ohne das sie nicht einschlafen können. Es dient ihnen als Trost. Im zweiten Lebensjahr lernt das Kind „nein“ zu sagen. In diesem Zeitraum ist es ganz wichtig, dass die Eltern ein „nein“ des Kindes akzeptieren und nicht streng nach dem autoritären Erziehungsstil handeln und gar ihre eigenen Wünsche und Bedürfnissen über die des Kindes stellen. Zudem entwickelt das Kind die Fähigkeit, sich selbst als „Ich“ zu bezeichnen. Seine Identität formt sich. Es verteidigt sein Spielzeug meist durch Wutanfälle und sucht Trost, wenn es traurig ist. Im dritten Lebensjahr zeigt das Kind zunehmend Selbstständigkeit und ahmt gerne die Mutter nach. Im vierten Lebensjahr erkennt sich das Kind auf Fotos selbst und im fünften Lebensjahr lernt es, seine Stimmungen zu benennen. Im sechsten Lebensjahr erfolgt ein wichtiger Entwicklungsschritt in der emotionalen Entwicklung des Kindes, es kann sich in andere hineinversetzen. Auch kann es seine eigenen Bedürfnisse zur Sprache bringen.

Natürlich verläuft die individuelle emotionale Entwicklung des Kindes bei jedem Kind nach seinem eigenen Tempo, dabei folgen die jeweiligen Entwicklungsschritte vielleicht verzögert, aber dennoch der Reihenfolge nach ab. Das wichtigste aber für eine gesunde emotionale Entwicklung des Kindes sind liebevolle und fürsorgliche Eltern, die das Wohl ihres Kindes an erster Stelle stellen. Über die Entwicklung des Kindes können Krankheiten einen interessanten Einblick liefern, mehr dazu hier.

 

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Klassifikationen von Erziehungsstilen – eine Anleitung für die Eltern?

Viele Eltern tun sich in der Erziehung schwer. Sie wissen nicht, welcher Erziehungsstil sich für die Erziehung ihres Kindes eignet. Sie möchten ihrem Kind das Beste bieten und in ihrer Erziehung konsequent bleiben. Es hat sich gezeigt, dass eine autoritäre Erziehung das Kind keinesfalls fördert, sondern in seiner Person und Autonomie unterdrückt und es sich damit nicht frei entfalten kann. Jedes Kind kommt auf die Welt mit der Absicht, seine eigene Natur auszuleben. Wird es durch die Eltern daran gehindert, seine wahren Gefühle, wie Wut oder Ärger nicht ausdrücken, oder wird ihm dafür zu wenig Raum gelassen, weil die Eltern nicht mit dem Zorn ihres Kindes umgehen können, kann es zu einer Störung in der emotionalen Entwicklung des Kindes kommen. Dies zeigt sich im Verhalten des Kindes und wird auch im Erwachsenenalter weiter bestehen.

Jeder kennt die drei Erziehungsstile, die von Kurt Lewin, Ronald Lipitt und  Ralph K. White Ende der 1930 Jahre festgelegt wurden und die als Fundament für die Weiterentwicklung der Klassifikationen von Erziehungsstilen gelten. Es gibt den autoritären, den demokratischen oder den Laissez-faire Erziehungsstil. Auf diesen basieren weitere Erziehungsstile, wie etwa der weltnahe, freie, individualitätsbezogene und vorgreifende. Diese wurden durch Spranger festgelegt. Nach Baumrind wurden folgende drei Erziehungsstile klassifiziert:  der autoritäre, der autoritative oder der permissive.

Das Beste für sein Kind

Muss man nun wirklich ein Pädagoge sein, um sein Kind zu erziehen? Muss man sich als Eltern für eine konsequente Erziehung wirklich einem Erziehungsstil unterwerfen?   Dienen diese Klassifikationen von Erziehungsstilen den Eltern zur Anleitung?

Nein ist die Antwort. Im Grunde gibt es keinen richtigen oder falschen Erziehungsstil. Solange man als Erwachsener nach dem Wohl des Kindes handelt, die persönlichen Grenzen des Kindes nicht verletzt, keine Gewalt ausübt oder sonstige schwerwiegende Strafmaßnahmen anwendet und immer die voll Wahrheit spricht, so wird auch in der Entwicklung des Kindes nichts schief laufen.

 

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